Warum die zweite Schwangerschaft kein Spaziergang ist

Als sich die zweite Schwangerschaft ankündigte, war unser Kleiner gerade mal ein Jahr alt. Die Vorfreude überwog, aber ein paar Gedanken, wie das mit zwei kleinen Flöhen im Alltag funktionieren soll, kamen doch auf.

Wenn ich bisher Mütter mit Kleinkindern und Babybauch gesehen habe, fragte ich mich immer, wie sie das wohl hinbekommen. Ich selbst hätte nie gedacht, dass ich auch einmal in dieser Situation sein werde.

Für mich war der perfekte Altersabstand immer 3 Jahre, als Valentino allerdings ein paar Monate alt war, habe ich schon angefangen, an die zweite Schwangerschaft zu denken. Auch wenn es nicht wirklich geplant war, bin ich jetzt froh, dass die beiden Racker nur kurz hintereinander liegen werden.

Die zweite Schwangerschaft ist komplett anders… oder doch nicht?

Ich kann nur von mir reden und sagen, dass alles genauso verlief, wie beim ersten Mal. Zunächst hatte ich kaum Symptome, bis dann ab circa der 7. Woche dieses altbekannte Gefühl der Übelkeit auftauchte. Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Sodbrennen gehörten auch bis circa zur 14. Woche zum Programm. Dann war alles vorbei und es ging mir wieder besser. Genauso wie bei meinem ersten Sohn. Ammenmärchen behaupten ja, dass die Schwangerschaft anders verläuft je nachdem, ob ein Junge oder Mädchen erwartet wird. Bei mir stimmt es, ich erwarte wieder einen Jungen und alles ist wie beim ersten Mal. Eine Freundin von mir hat allerdings zwei völlig unterschiedliche Schwangerschaften erlebt und auch zwei Jungs. Trifft wohl nicht auf jeden zu.

Die einzige Theorie, die auch mit einer Studie hinterlegt ist, besagt, dass sich das Geschlecht des Babys auf das Immunsystem der Mutter auswirken soll. Näheres könnt ihr hier nachlesen.

Kann man die zweite Schwangerschaft so genießen wie die erste?

Und kaum habe ich mich versehen, bin ich auch schon in der 27. Schwangerschaftswoche angelangt und die Geburt rückt immer näher. Denke ich an die erste Schwangerschaft zurück, war aber doch vieles einfacher. Man hatte noch viel mehr Zeit, sich mit einem selbst und dem heranwachsenden Baby zu beschäftigen. Schwangerschaftskurse, Yoga, Wassergymnastik für werdende Mütter… Wer hat dafür schon Zeit, wenn zu Hause ein so kleines Wesen herumschwirrt und ständig „Mammmaaa“ ruft? Auch Bücher lesen gehörte in der ersten Schwangerschaft zu meinen Lieblingshobbies. Ich habe sie zahlreich verschlungen, auch abends vor dem Schlafengehen (mittlerweile interessiert mich ab einer bestimmten Uhrzeit nur das Schlafengehen).

Alles in allem bin ich froh, nicht mehr bis zum Schluss arbeiten zu müssen.

Wenn man zu Zweit ist, hat man so viel Zeit füreinander und für sich selbst. Ich habe noch bis zum 8. Monat gearbeitet. In Italien beginnt der Mutterschutz zwei Monate vor dem errechneten Geburtstermin, man kann aber beantragen, bis einem Monat vorher arbeiten zu gehen, um später noch die vier Wochen anzuhängen.  Mehr Informationen zur Schwangerschaft in Italien findest du hier.

Von wegen bis zum 8. Monat arbeiten

Diesmal bin ich schon seit der 20. Woche zu Hause. Beschäftigungsverbot! Keine Sorge, das klingt schlimmer als es ist. Hier wird es eher als „frühzeitiger Mutterschutz“ bezeichnet, was in meinen Ohren auch besser klingt. Es geht ja letztendlich darum, dass ich diesen Winter sowieso nur krank war, denn Valentino hat im Herbst begonnen, in die Kinderkrippe zu gehen und brachte eine ganze Reihe an Viren mit, die mein Immunsystem durch die Schwangerschaft nicht abwehren konnte. Das Thema Krankheiten ist auch seinen eigenen Beitrag wehrt, den ihr hier finden könnt.

Um dem Baby und mir also nicht zu schaden und eine Frühgeburt zu vermeiden, hat meine Ärztin beschlossen, dass ich lieber zu Hause bleiben sollte. Alles in allem bin ich froh, nicht mehr bis zum Schluss arbeiten zu müssen. Es ist doch etwas entspannter und wenn Valentino mal in der Krippe ist (in letzter Zeit schaffen wir maximal drei Tage hintereinander bis zur nächsten Fieber-Attacke…), habe ich auch Zeit, mich um den Blog zu kümmern, im Haushalt Dinge zu erledigen, Einzukaufen, usw.

Mit dem immer größer werdenden Bauch wird auch alles viel schwieriger, zudem der Kleine noch viel getragen werden will. So habe ich dann doch ein paar Momente, in denen ich mich entspannen kann und körperlich mich nicht zu sehr anstrengen muss.

Die Veränderungen des Körpers sind früher sichtbar

Die zweite Schwangerschaft hat man schon viel eher gesehen, als beim ersten Mal. Schon kurz nach Weihnachten haben meine Kolleginnen geahnt, was los ist. Und da war ich gerademal in der 12. Woche! Meine Frauenärztin hat mir auch geraten, eine Art Bauchbinde zu tragen. Das stabilisiert ein bisschen und verhindert, dass die Muskeln der Bauchdecke komplett nachlassen.

Schon nach Valentino habe ich deutliche Veränderungen gemerkt und da ich extrem faul bin, was Bauchmuskeltraining, Sit-ups und Co. betrifft (ich bin eher der Jogging-Typ und laufe lieber 30 km als 10 Sit-ups zu machen), habe ich auch nicht viel unternommen, um wieder eine feste Muskulatur zu schaffen. Mit der Binde, die ich jeden Tag trage, versuche ich nun das Schlimmste zu vermeiden.

Wir sprechen auch ganz oft vom Neuankömmling und ich zeige ihm ganz bewusst meinen Bauch.

zweite schwangerschaft - herz

Wie wird sich mein erstes Kind gegenüber dem Baby verhalten?

Eine wichtige Frage, die ich mir in dieser zweiten Schwangerschaft auch stelle, ist, wie mein erstes Kind auf den neuen Zuwachs reagieren wird. Bisher existierte nur er in unserer kleinen Familie und er hat seine heißgeliebten Eltern niemals teilen müssen. Hier ist es vielleicht wieder von Vorteil, dass Valentino noch recht klein ist und sich deshalb vielleicht besser an die neue Situation gewöhnen wird. Wir sprechen auch ganz oft vom Neuankömmling und ich zeige ihm ganz bewusst meinen Bauch. Manchmal streichelt er ihn dann sogar mit seinen Händchen. Das tut er sicherlich, weil er sieht, wie ich das mache, aber mir gefällt diese Geste trotzdem sehr.

Ich denke, die Präsenz des Vaters spielt hier eine große Rolle. Sobald das Baby da ist, wird es bestimmt viel bei mir auf dem Arm sein. Ich hoffe zwar, dass es auch oft schlafen wird und auch mal alleine in seiner Wiege oder auf dem Spiel-Teppich liegen und einfach die Spieluhr mit den bunten Figuren anschauen wird, sollte der Kleine aber wie sein Bruder sein, wird er lauthals schreien, sobald er keine menschliche Körperwärme spürt und durch die Wohnung hoch und runter getragen wird.

Der Papa kann hier einspringen und sich aktiv um das größere Kind kümmern, ihm zeigen, dass sich an der Liebe zu ihm beider Eltern nichts geändert hat und ihm klar machen, dass die Familie nun um einen winzigen Menschen größer geworden ist. Ich bin gespannt, wie das bei uns aussehen wird.

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