Krippe und Kinderkrankheiten – Ein ewiges Austauschen von Viren

Meistens geht es von Montag bis Mittwoch gut. Am Donnerstagnachmittag stellen wir fest, dass die Nase läuft. Dann am Freitagabend macht sich das Fieber bemerkbar und pünktlich zum Wochenende ist das Kind krank. Pläne wie Zoobesuch, Essen mit Freunden und Picknick am Sonntagnachmittag werden abgeblasen. In der Regel dauert das ganze drei Tage, sodass bis zum Montag alles wieder gut ist und wir nach nur kurzer Zeit von vorne mit der Krippe und Kinderkrankheiten anfangen können.

So sieht bei vielen, die ihre Kinder in die Krippe schicken, die Realität aus. Mir wurde es ja von allen gesagt: „Stell dich drauf ein: Dein Kind geht in die Krippe und Kinderkrankheiten stehen auf dem Wochenprogramm.“. Gedacht habe ich mir dabei nicht viel. Dann wird er halt hin und wieder mal krank sein und zu Hause bleiben müssen.

Krippe und Kinderkrankheiten - Fiberthermometer

Ein Wechsel zwischen Krippe und Kinderkrankheiten

In der Tat haben wir aber einen Horrowinter hinter uns und ich kann Fieberthermometer, Zäpfchen und Nasenduschen nicht mehr sehen. Angefangen hat es bereits im September als Valentino in die Krippe eingeführt worden ist. Nicht nur er, sondern auch ich hatte sofort Halsschmerzen und Co. Ich habe sogar meinen Wiedereinstieg an der Arbeit um ein paar Tage verschieben müssen. „So was blödes“, habe ich mir gedacht. Da wusste ich aber noch nicht, was noch auf mich zukommen sollte. Das war ja gerademal der Anfang und es war noch nicht mal Oktober.

Bis Weihnachten hatten wir ständig mit Husten, Schnupfen, Halsschmerzen aber auch mit hohem Fieber, Mandelentzündungen und zu allem Überfluss mit Kinderkrankheiten wie Hand-Fuß-Mund zu tun. Dem armen Kleinen ging es teilweise richtig schlecht, wobei ich mich noch ganz gut gehalten hatte. Bis auf ein bisschen Halsschmerzen ging es mir einigermaßen gut. Dabei lasse ich mal außen vor, dass ich schon mit Schwangerschaftsübelkeit und  Müdigkeit zu kämpfen hatte. Die zweite Schwangerschaft ist nämlich nicht immer so entspannt wie die erste.

Die richtige Viren-Welle kam dann ab Januar. Da ist dann auch Silvio, mein Mann, krank geworden und wir lagen alle drei flach. Meinerseits ging es mir noch nie so schlecht zuvor in meinem Leben: Magen-Darm-Entzündungen wie sie noch nie dagewesen waren, Fieber, sodass man nicht mehr wusste, wo oben und unten ist und eine so verstopfte Nase, dass einem der Kopf platzt.

Pause von der Kita

Silvio hat sich nach gut einer Woche wieder erholt und der Kleine hat sich ganz tapfer gehalten, trotz des ständigem Fiebers und der Erkältungen. Als ich dann endlich in frühzeitigen Mutterschutz ging und zu Hause war, haben wir beschlossen, mal einen Monat Krippe-Pause einzulegen. In dieser Zeit habe ich unter anderem mit Valentino meine Familie in Deutschland besucht und es lief alles bestens. Trotz der Kälte und des schlechten Wetters hatte der Kleine weder Fieber noch Rotznäschen. Er hat sich nicht einmal bei seinen kranken Cousins oder der Oma angesteckt. „Unglaublich!“, dachte ich, „jetzt hat er wohl sein Immunsystem aufgebaut.“.

Kaum waren wir zurück und haben erneut die Krippe besucht, hat es keine drei Tage gedauert bis sich das Fieber wieder angemeldet hat. Urplötzlich, nachts, 38,5°?? Da blieb uns nichts anderes übrig, als wieder zu Hause zu bleiben. Da die Osterferien vor der Tür standen, haben wir beschlossen, erst nach Ostern wieder einzusteigen und voller gutem Tatendrang begonnen wir die erste Woche. Und? Genau! Drei Tage hat es gedauert und die Nase lief erneut, begleitet von Fieber-Episoden. Das ist zum verzweifeln! Was soll man da noch machen? Experten sagen, dass nur das erste Jahr in der Krippe so sei, danach sollten sich die Kinder stabilisiert haben und nicht mehr so oft krank werden.

Krippe oder private Betreuung zu Hause?

Ist es denn überhaupt sinnvoll, die Kinder in die Krippe zu schicken, wenn sie dann doch immer nur krank sind? Aus meinem Bekanntenkreis lassen einige ihre Kinder mit einem Babysitter zu Hause. Der Vorteil ist, dass das Kind nicht dem ganzen Viren-Repertoire  ausgesetzt ist. Ein Babysitter kann sich auch individuell um das Kind kümmern und sich auf es konzentrieren, während in Krippen meist 4-5 Kinder auf einen Erzieher kommen. Außerdem ist das Kind in seiner gewohnten Umgebung und muss sich nicht an die Krippe gewöhnen. Wer schon mal ein Kind eingewöhnt hat, weiß wovon ich spreche. Besonders solche, die sehr auf die Eltern bezogen sind, haben es schwer.

Dieser Schritt ist nicht nur für die Kinder schwierig, sondern auch für die Eltern. Ich habe geheult wie ein Schlosshund, als ich Valentino das erste Mal allein dort ließ. Auf der anderen Seite sind die Kinder in der Krippe mit Gleichaltrigen zusammen und lernen miteinander umzugehen. Erzieher haben manchmal auch eine ganz andere Sichtweise und können die Kinder besser fördern, als wir als Eltern es zu Hause tun können. Immerhin sind es ausgebildete Fachkräfte.

Die Entscheidung hängt von mehreren Faktoren ab

Dass die Kinder dann oft krank sind, muss man leider hinnehmen, wenn man keine alternative Betreuung hat. Wobei die ständigen Krankheitswellen und Infekte nicht von jedem als negativ angesehen werden. Unsere Kinderärztin ist zwar der Meinung, dass das Immunsystem so kleiner Kinder nicht für die Krippe gemacht sei und sie lieber vermieden werden sollte, sofern dies möglich ist. Andere Fachärzte meinen hingegen, es sei sinnvoll und stärke das Immunsystem, wenn man sich schon in so jungem Alter mit den Viren auseinandersetzt. Dadurch werde das Immunsystem trainiert und Kinder, die die Krippe besuchen, seien im Grundschulalter weniger krank. Wie auch immer sollten die Infekte nicht auf die leichte Schulter genommen werden und ein Kind muss sich richtig auskurieren, bevor es nach Fieber und Halsschmerzen wieder in die Kita geht. Darüber berichtet die Zeit in einem Online-Artikel.

Welche Lösung die beste ist, muss letztendlich jede Familie selbst entscheiden. Ein ausschlaggebender Punkt hierbei ist sicher auch die Kostenfrage. Ein Babysitter, der den ganzen Tag beschäftigt wird, kostet mindestens doppelt so viel wie ein Krippenplatz und wenn beide Eltern berufstätig sind, muss das Kind ja tagsüber irgendwie betreut werden. Eine Alternative stellt eine Tagesmutter dar, denn hier ist wenigstens die Anzahl an Kindern und somit auch die Anzahl an Viren geringer. Leider gibt es dieses Modell an Kinderbetreuung nicht in Italien und daher hatten wir die Auswahl zwischen nur zwei Alternativen.

So haben wir’s gemacht

Für uns war schnell klar, dass wir die Krippe und Kinderkrankheiten trotzdem bevorzugen, da Valentino dort soziale Kontakte knüpft und von professionellen Erzieherinnen stimuliert wird. Nicht zuletzt auch aus Kostengründen. Wenn ich einen Babysitter full-time bezahlte, könnte ich auch gleich meine Arbeit aufgeben und zu Hause bleiben. Im Großen und Ganzen bin ich auch zufrieden mit der Entscheidung und werde es wohl auch beim zweiten Kind genauso machen.

Wie geht ihr mit dem Thema Krippe und Kinderkrankheiten um? Sind eure Kinder auch ständig krank?

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