Geburt – In 3 Schritten die Kliniktasche packen

Mit dem nahenden Geburtstermin rückt auch die Frage um die praktische Organisation immer näher. Eine der Dinge auf der To-Do-Liste einer werdenden Mama ist die Kliniktasche packen. Wer gut vorbereitet ist, hat dies schon in der 36. Woche erledigt. Andere schieben wie ich solche Dinge auf. Diejenigen können hier in drei einfachen Schritten alles zusammenpacken.

Ich habe schon lange vor, die Tasche zu packen. Mir fehlten aber noch einige Dinge. Wie zum Beispiel die kleinen Bodys. Ich hatte die komplette Erstausstattung für Valentino zum Glück von meiner Schwester bekommen. Aber nachdem ihm die Sachen zu klein waren, habe ich sie ihr wieder zurückgegeben. Mittlerweile hat sie ein paar Dinge schon verkauft. Oder es sind nur noch Wintersachen übrig. Deshalb musste ich mir erstmal etwas zum Anziehen für mein Baby besorgen. Es ist ja Hochsommer. Deshalb ist es so heiß hier in Mailand, dass ihm zunächst Bodies und leichte ärmellose Anzüge reichen. Die findet man ganz schnell bei H&M oder Zara.

Höchste Zeit fürs Kliniktasche packen

Aber bis ich dazu gekommen bin, diese Dinge zu bestellen, verging ein bisschen Zeit. Und dann musste ich sie ja noch waschen. Ich habe glücklicherweise von einer lieben Freundin auch ganz viele Sachen ausgeliehen bekommen. Jetzt kann es also losgehen mit dem Kliniktasche packen.

Vom Krankenhaus habe ich eine tolle Liste bekommen. Die ist in drei Teile gliedert: Unterlagen, Sachen für die Mama und Sachen für das Baby. So kann man ganz strukturiert an die Arbeit gehen.

Ich habe aufgelistet, was in eine deutsche Tasche gehört. Aber bei Unterschieden zu Italien habe ich darauf aufmerksam gemacht. Wer also sein Baby in Italien bekommt, findet in diesem Beitrag die nötigen Informationen.

Am Ende des Beitrages findet ihr eine praktische Liste zum downloaden und ausdrucken (Kliniktasche packen in Deutschland und Kliniktasche packen in Italien).

1. Unterlagen und Bürokratisches

  • Als erstes muss der Mutterpass in die Tasche. Denn der ist auch im Krankenhaus notwendig.

In Italien gibt es keinen Mutterpass. Stattdessen nimmt man sämtliche Ultraschalle, Untersuchungen und Blutabnahme-Ergebnisse mit. Es sei denn, die Schwangerschaft wurde komplett in ein und demselben Krankenhaus verfolgt. Also nicht in einer privaten Klinik. Dann sind die Unterlagen schon dort vorhanden und man braucht nichts weiter mitzubringen.

Ist man bei einem privaten Gynäkologen in Behandlung, sollte einige Wochen vor der Geburt eine Untersuchung (visita ostetrica) vereinbart werden. Somit kann die “cartella clinica” erstellt werden. Wenn man dies vorher macht, dann braucht man Fragen zur krankheitlichen Vorgeschichte der Familienmitglieder, Allergien und so weiter nicht unter Wehen beantworten.

  • Krankenversicherungskarte (tessera sanitaria)
  • Überweisung des Frauenarztes

Diejenigen, die in Italien leben, brauchen diese Überweisung für die oben genannte Untersuchung vor der Entbindung. Die holt man sich aber beim Hausarzt. Das habe ich schon in dem Beitrag zur Schwangerschaft in Italien erwähnt. Sollte man Hals über Kopf ins Krankenhaus müssen und hat keine Überweisung, schreibt die direkt ein Arzt aus dem Krankenhaus. Ist auch kein Problem.

  • Familienstammbuch oder Heiratsurkunde (eigene Geburtsurkunde bei nicht verheirateten)

Der Sinn und Zeck dessen ist, das Kind gleich ordnungsgemäß einzutragen. Das wird in Italien auch direkt im Krankenhaus gemacht. Allerdings benötigt man dazu nicht die Heiratsurkunde. Man muss sich lediglich mit dem eigenen Ausweis und dem des Partners im zuständigen Büro präsentieren. Das kann man bequem während der drei Tage Krankenhausaufenthalt machen. Bei nicht verheirateten Paaren müssen beide Partner anwesend sein.

Das ist anders, wenn man in einem Krankenhaus entbindet, das nicht zur Gemeinde des Hauptwohnsitzes gehört. In diesem Fall muss man sich bei der eigenen Gemeinde melden. das kann man machen, sobald man wieder zu Hause ist. Das Krankenhaus leitet die Daten also nur an die Gemeinde des Standortes weiter.

  • Personalausweis (carta d’identità)

2. Kliniktasche packen für die Mama

  • 3-4 Nachthemden oder Schlafanzüge. Es muss bequem fürs Stillen sein. Aber ein weites T-Shirt tut es auch.
  • Morgenmantel oder etwas zum drüber ziehen. Für den Fall, dass man im Schlafanzug ist und durch das Krankenhaus spazieren möchte. Es kann sein, dass man während der Wehen vielleicht etwas laufen möchte. Wenn man aber schon den Schlafanzug oder das Nachthemd angezogen hat, ist ein Morgenmantel von Vorteil.
  • 2 Jogginghosen, die ungefähr im 6. Monat gepasst haben. Der Bauch ist nach der Entbindung noch relativ groß. Es braucht eine Weile, bis er wieder so wird, wie vorher. Daher sollte man Hosen dabei haben, die nicht ganz eng sind.
  • Ein paar bequeme T-Shirts oder Pullis für tagsüber während des Krankenhausaufenthaltes. Denn man möchte bestimmt nicht immer im Schlafanzug herum laufen.
  • Kochfeste Unterhöschen. Da der Wochenfluss ist nicht zu unterschätzen ist, muss es kochfeste Unterwäsche sein. (Italienische Krankenhäuser empfehlen immer Einweg-Netzhöschen.)
  • Im Winter dicke Socken für den Kreißsaal. Denn manche Frauen frieren während der Wehen.
  • Pantoffeln
  • Handtücher (Bei der Geburt von Valentino gab es Handtücher auf dem Zimmer. Aber das ist wohl von Krankenhaus zu Krankenhaus unterschiedlich.)
  • Beauty Case mit allen persönlichen Pflegeartikeln wie Zahnbürste, Zahnpasta, Cremes, Waschlotionen, usw.)
  • Outfit für den Entlassungstag. Weil das ein ganz besonderer Tag ist, möchtest du bestimmt auch gut aussehen.
  • Sonstige persönliche Dinge. Man möchte vielleicht in der Wehenphase oder während des Krankenhausaufenthaltes sich die Zeit vertreiben. (Musik, Snacks, Fotoapparat Handy und Ladegerät nicht vergessen,…)

In Italien werden normalerweise keine Binden und Netzhöschen gestellt. Die muss man sich selber mitbringen. Allerdings gibt es die in der Apotheke zu kaufen: “assorbenti post-parto” und “mutandine a rete usa e getta”.

3. Kliniktasche packen für das Baby

  • Ein Outfit für die Entlassung. In deutschen Krankenhäusern wird normalerweise Babykleidung gestellt. Deshalb braucht man nur einen Body, ein Höschen und Oberteil beziehungsweise einen Strampelanzug oder ein Kleidchen.
  • Am Tag der Entlassung muss man daran denken, sich den Kinderwagen oder die Babyschale für das Auto mitbringen zu lassen. Da Tragesysteme oft erst ab einem Alter von 2 Wochen empfohlen werden, würde ich entweder den Kinderwagen oder die Babyschale nehmen.

In Italien wird keine Babykleidung gestellt. Deshalb muss man sich bis auf die Windeln alles selbst mitbringen. Wer also in Italien entbindet, muss der Liste noch folgendes hinzufügen:

  • 3-4 Baumwollbodies mit kurzen Ärmchen
  • 3-4 leichte Strampelanzüge oder Höschen und Oberteile
  • Eventuell eine Decke. Wenn man das Baby im Arm hält und wärmen möchte. In den Krankenhäusern ist es aber immer sehr warm. Deshalb wird sie nicht immer notwendig sein.

Praktische Checkliste fürs Kliniktasche packen

Zur Vereinfachung findest du hier eine praktische Checkliste für Mütter, die in Deutschland entbinden und eine für diejenigen, die ihr Baby in Italien bekommen. Du kannst sie auch als PDF herunterladen und ausdrucken:

Was habt ihr ins Krankenhaus mitgenommen? Hattet ihr auch eine Checkliste?

Kliniktasche packen - Checkliste Deutschland
Kliniktasche packen - Checkliste Italien

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