Geburtsschmerzen natürlich lindern – Alternativen zu PDA und Co.

Je näher der Entbindungstermin rückt, umso mehr beschäftigen sich viele Frauen mit dem Gedanken an die Schmerzen der Geburt. Ängste und Vorfreude auf das Kind mischen sich. Man weiß ja nicht, was einen erwartet. Oder man hat schon Erfahrungen gemacht und hat Angst vor den Schmerzen. Bald steht die Geburt meines zweiten Kindes an und ich habe mich gefragt, wie man Geburtsschmerzen natürlich lindern kann.

Einige greifen während der Geburt auf medikamentöse schmerzlindernde Mittel zurück wie die PDA (Peridualanästhesie). Hierbei werden durch eine am Rücken eingeführte Hohlnadel die unteren schmerzleitenden Nervenfasern betäubt. Danach spürt man den Wehenschmerz nicht mehr. Diese Methode kann aber auch Nebenwirkungen wie starke Kopfschmerzen haben.

Bei meinem ersten Kind wollte ich keine PDA. Kurz vorher hatte eine Freundin eine schlechte Erfahrung gemacht und lag 10 Tage nach der Geburt im Krankenhaus. Nach der Geburt habe ich mir geschworen, beim nächsten Mal eine zu beantragen. In Italien muss man aber vorher Blutabnahme und einen Termin mit dem Anästhesisten machen. Das habe ich bisher nicht geschafft. Also wird es wohl diesmal wieder ohne gehen  müssen.

Es gibt aber auch alternative Wege, die Geburtsschmerzen natürlich lindern können. Ein paar davon will ich in diesem Beitrag vorstellen. Einige sind relativ gängig, andere Ansätze hingegen eher ungewöhnlich. Oftmals denkt man nicht daran, sie während der Geburt gegen die Schmerzen einzusetzen.

Wie entstehen überhaupt Wehenschmerzen?

Doch zunächst ist es wichtig, zu verstehen, was genau Wehen auslöst und warum sie Schmerzen verursachen. Wenn man sich damit auseinandersetzt, kann schon mal viel Angst genommen werden.

Der Körper stößt beim Geburtsvorgang das Hormon Oxytocin aus, welches die Wehen auslöst. Dieses Hormon heißt interessanterweise auch Bindungshormon oder Kuschelhormon, da es die soziale Bindung fördert. Das geschieht sicher schon im Hinblick auf die Mutter-Kind-Beziehung. Außerdem schüttet der Körper gleichzeitig auch immer Endorphine und Encephaline aus, die für ein Glücksgefühl sorgen. Klingt doch alles eigentlich gar nicht so schlecht, oder?

Die Schmerzen, die wir während der Geburt spüren, sind keine Schmerzen, die wir zum Beispiel bei einem Schnitt in die Haut verspüren. Geburtsschmerzen werden durch Muskelkontraktionen verursacht. Die Gebärmuttermuskulatur zieht sich nach oben, damit der Muttermund geöffnet wird. Später kommen noch Schmerzen durch die Dehnung des Damms und der Druck im Unterleib hinzu. Außerdem kann das Kind in der endgültigen Phase auf verschiedene Nerven drücken. Dies alles sind Schmerzen, die ein Ziel haben. Am Anfang weitet sich der Muttermund und dann wird das Kind durch die Wehen heraus gepresst. Zwischen einer und der anderen Wehe gibt es auch immer wieder eine Pause. So kann man sich zwischendurch erholen.

Trotzdem gibt es einiges, was man tun kann, um die Geburt besser auszuhalten. Wer nicht zu Medikamenten greifen und die Geburtsschmerzen natürlich lindern möchte, kann die folgenden Methoden versuchen.

Geburtsschmerzen natürlich lindern - Hand2

Methoden, um Schmerzen physischen Ursprungs entgegenzuwirken

Meist sind Geburtsschmerzen sowohl physischen als auch psychischen Ursprungs. Wer von vorn herein mit Angst in den Kreißsaal geht, spürt den Schmerz intensiver. Je mehr wir uns auf ihn konzentrieren, umso präsenter wird er. Methoden, die zur Schmerzlinderung während der Geburt dienen, nutzen der werdenden Mutter deshalb in beiderlei Hinsicht. Sie helfen sowohl zur Entspannung und Ablenkung, als auch konkret gegen den Schmerz.

Akupunktur

Eine Methode, um den Schmerz direkt zu bekämpfen, ist die Akupunktur. Man kann mit der Therapie schon während der Schwangerschaft beginnen. Sie hilft auch oft gegen Rückenschmerzen während der 9 Monate. Bei der Geburt führt der Spezialist feine Nadeln in verschiedene Punkte des Körpers circa 3 mm tief ein. Der Körper entspannt sich dadurch und der Muttermund öffnet sich schneller. Diese Methode soll außerdem helfen, die Geburt zu beschleunigen.

Homöopathie

Auch wenn die Wirkung nicht wissenschaftlich bestätigt ist, bekommen Hebammen immer wieder positives Feedback zum Einsatz von homöopathischen Mitteln während der Geburt. Außerdem sind sie gefahrlos für Mutter und Kind und ohne Nebenwirkungen. Die Therapie kann und sollte schon vorher begonnen werden. Je eher, desto besser damit das Mittel wirken kann. Homöopathische Mittel, die den Geburtsschmerz natürlich lindern, sind zum Beispiel Pulsatilla und Caulophyllum.

Elektroanalgesie (TENS)

Eine weitere nicht-medikamentöse Methode, die Geburtsschmerzen natürlich lindern kann, ist die transkutane elektrische Nervenstimulation. Ein Gerät gibt äußerlich kleine elektrische Impulse an die Nerven, die den Schmerz überdecken sollen.

Geburtsschmerzen natürlich lindern mit Wasser

Bei Wassergeburten soll man weniger Schmerzen verspüren als bei normalen Geburten. Ich habe normal entbunden. Allerdings hat mir ein entspannendes Bad während der Wehenphase viel Abhilfe geschaffen. Nicht nur mental, sondern auch körperlich.

Positionen wechseln

Es gibt nicht die eine Position um Geburtsschmerzen natürlich lindern zu können. Die richtige Position ist ganz individuell unterschiedlich. Man kann auch je nach Geburtsphase die bevorzugte Position wechseln. Probiere verschiedene Varianten aus und versuche, eine bequeme Stellung zu finden.

Ich habe es bei meiner ersten Geburt als extrem unangenehm empfunden, zu liegen. Mir hat es geholfen, mich im Stehen am Bett abzustützen. Das muss jeder für sich selber herausfinden.

Massagen

Es ist erwiesen, dass Damm-Massagen vor der Geburt die Schmerzen lindern. Außerdem helfen sie, schmerzhafte Dammrisse zu vermeiden. Eine genaue Anleitung gibt es hier.

Rückenmassagen wirken entspannend sowohl auf die Muskulatur als auch auf den Geist. Die Nähe des Partners hat auch eine psychologische beruhigende Wirkung. Mir hat eine Rückenmassage im unteren Bereich sehr geholfen. Genau da, wo die Schmerzen der Gebärmutterkontraktionen zu spüren waren.

Rücken wärmen

Genauso wie eine Massage, wirkt sich ein Heizkissen oder ein warmer Wickel um den unteren Rücken positiv auf die Geburtsschmerzen aus. Die Wärme entspannt die Muskulatur und lindert somit ein wenig den Schmerz.

Bewegungen

Es hilft auch, zu laufen oder das Becken zu kreisen. Das kann man auch im Sitzen auf einem Gymnastikball machen. Ich habe das bei der Geburt von Valentino ausprobiert und positive Effekte gespürt.

Geburtsschmerzen natürlich lindern - Füße

Methoden, um Schmerzen psychischen Ursprungs entgegenzuwirken

Die Schmerzempfindung während der Geburt hängt ganz viel vom Kopf ab. Gerade wer schon eine schwierige Geburt hinter sich hat, geht mit Ängsten an die nächste heran. Methoden, die Geburtsschmerzen natürlich lindern, haben deshalb oft eine positive psychologische Wirkung. Die Frau konzentriert sich somit nicht mehr auf den Schmerz, sondern auf andere Dinge.

Hypnose

Beim sogenannten Hypnobirthing geht man während der Geburt in Trance. Dadurch werden die Schmerzen nicht mehr gespürt und man denkt nicht an die eigentliche Geburt. Man beginnt schon vor der Geburt mit einer entsprechenden Therapie. Durch die Hypnose wird die Angst genommen. Man lernt, die einzelnen physiologischen Vorgänge der Geburt zu verstehen. Durch das Simulieren “übt” man die Geburt mehrmals vorher. Bei der Geburt selbst wird das Schmerzempfinden dadurch erheblich reduziert.

Entspannungstechniken

Übungen, die den Körper entspannen, können zur Linderung der Schmerzen während der Geburt beitragen. Wer zum Beispiel Yoga betreibt, kann durch Entspannungsübungen den Stress während der Wehen reduzieren. Dadurch geht man der Geburt ohne Ängste entgegen. Schwangerschaftsyoga hilt dabei, auf die Geburt vorzubereiten. Einzelne Übungen findet ihr hier.

Außerdem ist die Atmung sehr wichtig. Wer sich auf eine entspannte Atmung konzentriert, wird von den Wehenschmerzen abgelenkt. Ruhiges Ein- und Ausatmen mit A-,F- oder O-Tönen entspannt Körper und Seele.

Bachblüten

Eine Bachblütentherapie soll helfen, die Angst vor der Geburt zu verringern. Dadurch geht man entspannt in den Kreißsaal und denkt weniger an die Schmerzen.

Um die richtige Mischung an Bachblüten für sich selbst herauszufinden, ist es sinnvoll, einen Termin bei einem Spezialisten zu vereinbaren. Nach einem anfänglichen Gespräch, kann dieser dann die geeigneten Bachblüten verschreiben.

Aromatherapie

Eine einfache und sofortige Methode, sich zu entspannen, ist die Aromatherapie. Man kann sich selbst ätherische Öle mit in den Kreißsaal nehmen. Oftmals haben aber Hebammen Duftverströmer parat. Lavendel oder Jasmin wirken beruhigend und angsthemmend. Wer sich vom Partner in den Geburtsphasen massieren lassen möchte, kann auch auf Massageöle in diesen Duftarten zurückgreifen.

Schokolade

Schokolade löst Endorphine aus. Durch die Energie und die Glückshormone im Körper ertragen wir den bevorstehenden Schmerz leichter. Sobald also die Wehen beginnen, darf man gerne ein bisschen naschen.

Nicht verrückt machen lassen

Letztendlich darf man sich nicht von negativen Geburtsberichten irritieren lassen. Das Schmerzempfinden ist sehr subjektiv und jeder nimmt es anders wahr. Wer Angst vor der Geburt hat, sollte versuchen, sich mit den hier genannten Methoden zu entspannen. Bloß nicht auf Gruselgeschichten hören! Außerdem wird man am Ende für alles belohnt. Egal wie viel Schmerz man aushalten musste.

Habt ihr noch weitere Tricks, zum Thema Geburtsschmerzen natürlich lindern? Oder habt ihr sogar schon ein paar dieser Methoden ausprobiert und könnt ein Feedback geben? Dann schreibt einen Kommentar.

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