Ernährung von Kleinkindern – Wenn das Kind nicht isst

Die Ernährung von Kleinkindern ist nicht immer ganz einfach und kann in manchen Familien zum Problem werden. Vor allem, wenn die Kinder nur bestimmte Dinge mögen und vieles verweigern wird es schwierig, sie ausgewogenen zu ernähren und mit allen wichtigen Mineralstoffen und Vitaminen zu versorgen.

Brei bis zum Abwinken

Mein Sohn ist 18 Monate alt und isst immer noch keine Nahrung, die nicht püriert ist. Das bedeutet nicht, dass er nicht kaut oder sich bei größeren Bröckchen verschluckt. Im Gegenteil, er steht total auf Brot, Cracker, Kuchen und Pizza und würde sich am liebsten nur davon ernähren. Wenn es aber um das Mittagessen oder das Abendessen geht, möchte er nichts von zu großen Nudeln, Fleisch oder Fisch und schon gar nicht von Erbsen und Möhren, Kartoffeln und Spinat wissen.

Im Kindergarten wurde im Februar auf Nahrung in Stückchen umgestellt. Vorher gab es noch Brei, also alles zusammen gewürfelt und Pürierstab reingehalten. Bis dahin hat Valentino sehr gut gegessen; er hat nie was auf dem Teller gelassen. Seit der Umstellung sieht das anders aus. Nachmittags hängt immer eine Tabelle aus, die wiedergibt was und wie viel gegessen, geschlafen und in die Windel gemacht wurde. Wenn bei Valentino steht: Pasta – NO, Fleischbällchen – NO, Obst – NO, dann wird mir ganz anders.

Obst – Nein, danke!

Obst rührt Valentino überhaupt nicht an. Es sei denn es handelt sich um Obstgläschen. Ich habe es mit Obstpüree in den verschiedensten Varianten versucht, ohne Erfolg. Das ist wahrscheinlich nicht süß genug oder schmeckt nach nichts.

Neuerdings klappt es mit frisch gepresstem Orangensaft ganz gut. Wenn er Durst hat, dann trinkt er den gerne. Bananen? Die mag doch jedes Kind! Valentino nicht, er spuckt sie aus.

Kreativität ist gefragt

Man macht sich als Mutter Sorgen, dass das Kind nicht genügend isst, vielleicht abnimmt und nicht genügend Nährstoffe zu sich nimmt. Am Ende wird kein Kind verhungern oder irgendwelche Defizite davontragen, aber die Frage der Ernährung von Kleinkindern ist für die Eltern trotzdem ein kritischer Punkt. Nicht zuletzt, weil ein guter Esser einfacher zu handhaben ist. Man kocht, serviert und fertig. Wir hingegen müssen uns ständig was Neues einfallen lassen, den Kleinen unterhalten oder ihn austricksen.

Die neueste Methode Silvios ist, Valentino mit dem Tortenheber zu füttern (ich weiß, das klingt absurd…). Mit dem Löffel hat er sein Abendbrot verweigert. Als mein Mann den Tortenheber aus dem Schubfach geholt hat, funktionierte es auf einmal.

Dadurch, dass wir ein so wählerisches Kind haben, was die Ernährung betrifft, sind wir sehr kreativ geworden. Nicht nur, was die Art und Weise des Fütterns betrifft, sondern auch die Nahrung an sich. Rezepte und die Tricks, die wir anwenden, findest du in einer Liste in diesem Beitrag.

Obst

Essgewohnheiten und Nahrungsbedarf

Wenn er den ganzen Tag in der Krippe nichts isst, dann mache ich ihm abends natürlich etwas, das er gerne mag. Zumindest etwas, von dem ich glaube, dass er ein bisschen mehr als die Hälfte essen wird. Das bedeutet Brei und Püriertes. Brei heißt in Italien nicht Gläschen. Die gibt es hier nicht bzw. nur eine sehr geringe Auswahl an übelschmeckendem Gemansche (außer Obstgläschen, die findet man und sie sind auch ziemlich lecker). Man kocht in Italien selber, also Gemüsepüree, Fisch, Fleisch, Ei oder Hülsenfrüchte als Eiweiß-Komponente ebenfalls zerkleinert und Cerealien in Pulverform, d.h. Dinkel, Weizen, Gerste,… Das alles zusammengemischt ergibt einen Brei. Für die etwas größeren kann anstelle von Pulver-Getreide kleine Pasta verwendet werden.

Wenn es sich anbietet, koche ich nur eine Sache für die gesamte Familie, z.B. Dinkel mit Gemüse und Lachsfilet und püriere es für den Kleinen. Mit der Krippe habe ich mittlerweile ein Abkommen geschlossen. Sie sollen Valentino zuerst die Stückchen anbieten. Sollte er nichts haben wollen, servieren sie ihm dasselbe Essen püriert. Seitdem leidet er tagsüber nicht mehr Hunger.

Letztendlich brauchen Kinder weniger, als wir manchmal denken.

Mangelnde Ernährung von Kleinkindern

Von Hunger leidenden Kindern kann man in unserer Gesellschaft sowieso nicht reden. Meist glauben wir Eltern, unser Kind müsse eine bestimmte Menge an Nahrung pro Tag zu sich nehmen, um zu wachsen und sich richtig zu entwickeln. Letztendlich brauchen Kinder weniger, als wir manchmal denken.

Danielle hat auf dem Blog Gewünschtetes Wunschkind einen Beitrag zum Thema Ernährung von Kleinkindern geschrieben, in dem sie unter anderem auch darüber spricht, dass Kinder so viel zu sich nehmen, wie sie brauchen. Bei gestillten Kindern könne man sowieso nie genau wissen, wie viel sie getrunken haben. Kinder im Alter von einem bis vier Jahren benötigten zwischen 90 und 100 Kalorien pro Körpergewicht, also circa 1.000 bis 1.400 Kalorien. Beobachtete man, was ein Kind so alles zwischendurch isst, käme man auf diese Zahlen.

Ich wundere mich manchmal, warum Valentino abends scheinbar keinen Hunger hat und nichts essen möchte. Rückblickend fällt mir dann ein, dass wir erst zwei Stunden vorher ein Eis gegessen haben oder er nach der Krippe 3-4 Reiswaffeln verdrückt hat. Für so einen kleinen Körper ist das eine ganze Menge.

Wie auch Danielle bereits schreibt, wird das Wachstum der Kinder mithilfe von Wachstumskurven beobachtet. Kinderärzte kontrollieren bei den regelmäßigen Standarduntersuchungen, ob das Verhältnis von Körpergröße und Gewicht in einem bestimmten Bereich liegt und solange dies der Fall ist, kann man beruhigt sein.

Brei essen

Die Umstellung auf Beikost

Oft hört man von Problemen bei der Ernährung von Kleinkindern, die die erste Beikost bekommen sollen und diese verweigern, weil sie lieber Muttermilch trinken. Andrea von Runzelfüßchen berichtet auf ihrem Blog von diesem Problem. Ihr acht Monate alter Sohn wurde noch voll gestillt und verweigerte es, mit Brei gefüttert zu werden.

Sie befragte dazu eine Expertin, die beruhigende Aussagen lieferte. Jedes Kind habe seinen eigenen Rhythmus und weiß, was es benötigt. Es zu etwas zu zwingen, wozu es noch nicht bereit ist, habe keinen Sinn. Außerdem sei Muttermilch so nährstoffreich, dass dem Kind an nichts fehlen würde, auch wenn es sich ausschließlich davon ernährt. Was öffentliche Meinungen dazu seien und andere davon halten, ist nebensächlich. Wenn es seinem Kind gute gehe, sei alles nur halb so wild.

Ich bin durchaus der Meinung Andreas und der Ernährungsexpertin, wenn ein Kind bereit dazu ist, feste Nahrung aufzunehmen, wird es uns das schon wissen lassen.

Mit Valentino hatte ich dieses Problem anfangs allerdings nicht. Mit 5 Monaten haben wir bereits mit der ersten Beikost angefangen. Daran hat er sich auch schnell gewöhnt und solange es Brei gab, war auch alles in Ordnung. Die eigentlichen „Probleme“ fingen mit der Umstellung auf Stückchen an. Seitdem verweigert er hin und wieder sogar Brei und ernährt sich tagelang nur von Crackern, Brot und Frischkäse. Aber ich bin sicher, dass auch er bald zu Stückchen-Nahrung greifen wird, ohne dass ich mir den Kopf zerbreche.

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