Eine Anleitung zum Trocken werden | Die richtige Herangehensweise

Mein Großer ist nun über 18 Monate alt. Schon seit etwa zwei Monaten sagt er, wenn er in die Hose gemacht hat. Dabei bedeutet AA, Pipi und Windel das gleiche: “Cacca” wie italienische Kinder so schön sagen. Die Tatsache, dass er es sagt und dann auch gewindelt werden möchte, hat mich dazu angeregt, mit dem Trocken werden anzufangen.

Nicht zuletzt hat meine Mutter dazu beigetragen, die meinte, ich könne mich schon an die Arbeit machen, auch wenn Valentino noch recht klein ist. Außerdem ist die Jahreszeit perfekt. Bald wird es so warm sein, dass der Kleine draußen im Garten ohne Windel herumlaufen kann und das ist perfekt für einen Windel-weg-Start.

Also habe ich mich an die Arbeit gemacht und Informationen eingeholt. Wenn ihr wissen wollt, wie es in Italien mit dem Trocken werden aussieht und welche Ratschläge ich von anderen Mamis bekommen habe, dann schaut euch diese Tipps an:

1. Pass den richtigen Zeitpunkt ab

Während ich von deutschen Müttern höre, das ungefähre Alter fürs Trocken werden sei zwischen 2 und 3 Jahren, beginnt man in Italien schon ab 18 Monaten. Vorausgesetzt, das Kind ist bereits dazu. Der richtige Zeitpunkt ist, wenn die Kommunikation zwischen Mutter und Kind funktioniert. Das bedeutet, wenn das Kleine versteht, was ihm gesagt wird. Wichtig ist, keine Vergleiche zu anderen Kindern zu machen und den Rhythmus des eigenen Kindes zu respektieren.

Weitere Signale, die es zu beachten gibt, kommen vom Kind selbst. Wenn es merkt, dass es auf Toilette muss, wird es für gewöhnlich rot, schneidet Grimassen, tänzelt von einem Fuß auf den anderen und fasst sich an die Windel.

Der Sommer ein super Zeitpunkt, um die Windel weg zu lassen, vor allem am Meer. Da mein Kind im Winter 2 wird, habe ich beschlossen, es diesen Sommer zu versuchen. Andernfalls müsste ich bis nächstes Jahr warten und das ist wiederum ein bisschen spät. Da Valentino auch schon bestimmte Signale gibt, sehe ich da kein Problem.

2. Setz dein Kind mit Büchern oder Spielzeug auf den Topf

Normalerweise ist das Kind zuerst in der Lage, den Stuhlgang zu bemerken, bevor es den Harndrang unter Kontrolle hat. Das ist auch für die Eltern besser zu erkennen, da das Kind dann rot wird und drückt. Meist geschieht das zur selben Uhrzeit. Somit kann man das Kind zum Beispiel morgens nach dem Frühstück auf den Topf setzen und abwarten. Damit das nicht zu langweilig wird und das Kind nicht zu schnell abbrechen möchte, darf es sich ruhig mit Büchern oder anderem Spielzeug beschäftigen. Es gibt auch tolle Töpfchen-Bücher, die extra dafür gemacht worden sind.

Das habe ich auch bei meinen Au-Pair-Kindern gesehen, als ich damals als 19-Jährige in einer italienischen Familie gelebt habe. Ich fand das zu der Zeit merkwürdig, kann mir aber heute vorstellen, dass diese Methode hilfreich ist. Valentino lässt sich leicht von anderen Dingen ablenken und dann wird es schwer, ihn an einem Ort festzuhalten. Ein Buch beim Toilettengang könnte ihn für eine Weile auf dem Topf sitzen bleiben lassen. Es gibt ja immerhin auch Erwachsene, die diese Angewohnheit pflegen.

3. Sei gelassen und mach dir keinen Stress

Sollte es nicht so klappen, wie du es dir vorgestellt hast, mach dir keinen Stress. Erkläre deinem Kind immer mit Gelassenheit, was gerade passiert und warum es auf dem Topf sitzt. Gefällt dem Kind es nicht, versuche ein paar Tage später erneut. Vielleicht ist es noch nicht bereit zum Trocken werden.

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4. Setz dein Kind jede Stunde auf den Topf

Wenn du zu Hause bist, setz dein Kind so oft wie möglich aufs Töpfchen. Wenn es geht, einmal pro Stunde. Nach und nach wird es verstehen, wann es wirklich muss oder nicht.

5. Lobe und ermutige dein Kind zum trocken werden

Belohnungen und sicheres Zusprechen sind in dieser Phase ausschlaggebend. Auf keinen Fall darf das Kind ausgeschimpft oder bestraft werden, wenn es in die Hose macht. Je mehr das Kind merkt, wie wichtig das Trocken werden für die Eltern ist, umso mehr wird es sich unsicher fühlen.

6. Sei ein gutes Beispiel und mach es vor

Die Kleinen lieben es, ihre Eltern zu imitieren. Lass also die Badezimmer Tür auf und zeig deinem Kind, wie es geht. Wenn es die Mama oder den Papa öfter dabei beobachtet, wird es bald schon selbst auf den Topf wollen. Ideal ist natürlich, wenn es ein größeres Geschwisterkind im Haus gibt. Geschwister sind die beste Quelle für Imitationen und Nachahmungen.

7. Rüste dich mit genug Wechselsachen und Feuchttüchern aus

Bei Spaziergängen oder generell bei Ausflügen außer Hause ist es wichtig, genug neue Kleidung zum wechseln und alles, was zum Saubermachen nötig ist, dabei zu haben. Der Prozess zum Trocken werden kann lange dauern und ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Stell dich auf Unfälle unterwegs ein und lass dich auf keinen Fall entmutigen. Früher oder später wird jedes Kind trocken.

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Natürlich muss jeder selbst herausfinden, was für sein Kind am Besten ist. Wie und wann die Windel weg kommt, hängt individuell von jedem Jungen oder Mädchen selbst ab. Ich halte jedenfalls nichts von Anleitungen, die versprechen, in 7 Tagen windelfrei zu sein. Ein Kind braucht definitiv mehr Zeit, um sich an die neue Situation zu gewöhnen. Langsam wird es merken, wann es auf Toilette muss, doch das braucht Zeit und Geduld von beiden Seiten her, sowohl Eltern als auch Kinder. Davon, dass jedes Kind seinen eigenen Rhythmus hat, nicht nur beim Töfpchen-Gang, habe ich auch in diesem Artikel gesprochen. Wie immer gilt es auch hier, die Entwicklung des Kindes zu respektieren und zu warten, bis es bereit ist.

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