5 Wege, wie Kinder Obst und Gemüse essen

Wie bereits in diesem Beitrag erwähnt, ist mein Sohn kein besonders guter Esser. Zeitweise hat er Phasen, in denen er sich ausschließlich von Joghurt und Reiswaffeln ernährt. Manchmal geht es aber auch gut und er isst schön brav seine Breis aus Obst und Gemüse. Auch wenn er schon 18 Monate alt ist, hängen wir immer noch in der Brei-Phase fest. Alles, was es zwischendurch so zum Knabbern gibt wie Brot, Kuchen und alles, was Kohlenhydrate enthält, wie z.B. auch Pizza liebt er.

Sein Mittagessen oder Abendbrot wird püriert, damit er sich rantraut. Ich mache ihm Gemüse, Cerealien und Eiweiße, also vollwertige Kost. Von frischem Obst möchte er gar nichts wissen. Das muss aus dem Glas kommen oder besser noch: Quetschies! Ich weiß, man kann das nicht als Obst bezeichnen, aber frische Melone, Pfirsiche oder Bananen mag er noch nicht mal probieren. Noch nicht einmal in pürierter Form.

Diese Situation stellt mich ganz schön auf die Probe. Als Mutter möchte man, dass das Kind auch schön brav Obst und Gemüse zu sich nimmt. Die Regel lautet hier: ausprobieren! Versuche es mit den 5 folgenden Tipps und Tricks, die bei uns funktioniert haben:

1. Obst und Gemüse in Kuchen verstecken

Das klingt zwar kontrovers, denn Kuchen ist normalerweise eine Süßigkeit und diese wollen wir ja so gut es geht vermeiden oder wenigstens in Grenzen halten. Es gibt aber Varianten, die sind durchaus schmackhaft, süß und lecker und obendrein auch noch gesund. Wie z.B. dieser Apfel-Möhren-Kuchen.

Apfel-Möhren-Kuchen

Neulich beim Kindergartenfest haben die Köchinnen eine Orangen-Torte gebacken. Sie war wirklich lecker und dennoch wenig süß und gesund. Diese Torte enthält nicht nur den Saft von Orangen, sondern auch richtige Orangen-Stückchen. Durch das Backen werden sie weich und sind für Kinder einfach zu essen. Das Rezept findet ihr hier, auf der Seite der in Italien berühmten Benedetta, die auch landesweit TV-Koch-Shows veranstaltet. Diese Torte ist außerdem glutenfrei und vegan. Perfekt für jedermann. Da es auf Italienisch ist, werde ich es euch übersetzen:

(Die Angaben sind für eine Kuchenform der Maße 18 oder 20 cm. Für eine 26cm-Form die Mengen verdoppeln)

Zutaten

  • 3 Eier
  • 130 g Zucker
  • 110 g Orangensaft
  • 50 g Öl (Reisöl, Leinsamöl oder welches auch immer bevorzugt wird)
  • 200 g Reismehl
  • 80 g Kartoffelstärke
  • ½ Päckchen Backpulver
  • Schale einer Orange
  • 1 Orange

(Da wir wollen, dass der Kuchen schön fruchtig ist und viel Obst enthält, würde ich mindestens zwei Orangen verwenden)

Zubereitung

  • Die Eier mit dem Zucker verrühren.
  • Orangensaft, Öl, Reismehl, Kartoffelstärke, Backpulver und Orangenschale hinzugeben und mit dem Handrührgerät gut vermischen.
  • Den Teig in eine gefettete Springform geben und die geschälte und in Scheiben geschnittene Orange oben drauf verteilen, mit Zucker bestreuen.
  • Im vorgeheizten Ofen bei 180° 35 Minuten backen.

(Der Zuckeranteil kann nach Bedarf auch verringert werden.)

Einfach oder?

Orangen

2. Lustige Gesichter mit dem Essen malen

Für größere Kinder kann man bei der Gestaltung des Tellers seiner Fantasie freien Lauf lassen. „Das Auge isst mit“ gilt auch für kleine Mini-Menschen. Im Sommer kann man mit rohem Obst und Gemüse, wie einer Möhre, Radieschen, Salat und Paprika lustige Gesichter kreieren. Oder aus einer Banane mit Erdbeeren wird ein Rennauto (die Banane ist das Auto und die Erdbeeren werden mit Zahnstochern als Räder befestigt). Du wirst sehen, dass dein Kind sofort mehr Lust auf diese Dinge hat.

Obst und Gemüse Gesicht

3. Frisches, püriertes Obst unter Frischkäse mischen

Ob als süßen Brotaufstrich oder wie eine erfrischende Quark-Variante, diese Creme kommt immer gut bei Kindern an. Wer auch wie ich die Kinder nicht dazu bekommt, frisches Obst zu essen (selbst wenn es püriert ist), kann es mit Frischkäse versuchen. Cremige Milchprodukte wie auch Joghurt werden von Kindern meist gerne gegessen. Mit Joghurt wird die Creme allerdings zu flüssig und kleine Kinder bekleckern sich von oben bis unten. Die Frischkäse-Variante ergibt die ideale Konsistenz. Probiere es mit Erdbeeren und Basilikum aus. Total lecker!

Erdbeer Frischkäse Dessert

4. Fleisch, Fisch und Hülsenfrüchte in Form von Frikadellen servieren

Wenn das Kind kein Fleisch, Fisch oder die Bohnen aus Omas Garten essen möchte, gibt es Abhilfe. Das Patentrezept lautet Bällchen backen. Hier findest du ein Rezept als Beispiel. Der Fantasie sind allerdings keine Grenzen gesetzt. Man kann aus so gut wie allem Bällchen formen, wenn es vorher püriert wurde und man Ei und Semmelbrösel hinzufügt. Das Rezept ist wieder mal auf Italienisch, denn die Vorstellung von Frikadellen ist in Italien nochmal anders als in Deutschland. „Polpette“ also Bällchen können wie schon weiter oben gesagt, aus allem gemacht werden, nicht nur aus Fleisch wie die klassische deutsche Frikadelle. Daher gibt es auch viel mehr Rezeptideen für „Polpette“.

Der Post, den ihr im Link oben findet, enthält mehrere Varianten. Ich übersetzte euch mal das, von den Bohnen-Bällchen (Polpette di fagioli cannellini), welche ich besonders lecker finde.

Zutaten

  • Weiße Bohnen (Menge je nach Bedarf)
  • 1 Kartoffel
  • 1 kleine Zwiebel
  • Weißbrot
  • Petersilie
  • Salz

Zubereitung

Die Bohnen und die Kartoffel weich kochen und pürieren. Das Weißbrot ohne Rinde, kleingehackte Zwiebel und Petersilie hinzufügen, salzen und eventuell Semmelbrösel hinzugeben (um eine festere Konsistenz zu erhalten). Als Bindemittel kann man auch ein Ei unterrühren, das sieht dieses Rezept nicht vor, aber bei z.B. Hühnerfleisch, das in pürierter Form etwas trocken ist, kann das hilfreich sein.

Die Masse zu Bällchen formen, in Semmelbrösel wälzen und im Ofen bei 180° für 20 Minuten backen. Alternativ kann man sie auch in der Pfanne in ein bisschen Öl anbraten.

Ein leckeres Rezept für klassische Frikadellen findest du auch bei Breifreibaby.de.

Bällchen

5. Pizza mit viel Gemüse garnieren

Pizza mögen wohl fast alle Kinder, von daher stellt sie eine gute Base dar, um gesunde Elemente hinzuzufügen. Wenn man den Teig selber mit besonderen Mehlsorten macht, keinen Ketchup sondern passierte Tomaten (auch aus der Dose) und frische Mozzarella verwendet, ist selbst die Base nährwertig und gesund. Diese Pizza kann dann beliebig belegt werden. Gegrillte Zucchini und Auberginen, Spinat und Ricotta, sonstiges gekochtes Gemüse und alles, was Kinder in anderer Form nicht essen würden, darf verwendet werden. Auf einer Pizza sieht alles gleich ganz anders aus. Ein Rezept für einen Dinkel-Pizzateig findet ihr bei der Lifestyle- und Food-Bloggerin Bianca Zapatka.

Pizza

Mit diesen 5 Methoden ist schon mal fürs erste abgeholfen und Obst und Gemüse Muffel werden Augen machen. Also, ran an den Herd und ausprobieren, wie du dein Kind zur gesunden Ernährung überredest!

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